Von Kroatien nach Serbien
Heute um 16.00Urh wird das Match Serbien-Ghana gespielt. Wichtig also um rechtzeitig Novi Sad zu erreichen, wegen dem Verkehr. Ausgestattet mit einem„ Auto-Kuka-Ilok“ auf einem Pappkarton, stehen wir am Wegrand. Die frühen Besucher der Terrasse von Café Piramide sehen sich voller Erstaunen unsere Tramperkünste an. Je mehr Kilometer wir schon hinter uns haben, je auffälliger sieht unsere Reise aus – und das wirkt in unserem Vorteil.

Nach einer halben Stunde bekommen wir eine Trampfahrt. Ein etwas älteren kroatischen Mann, der weder Deutsch noch English reden kann, wir können dennoch mit Händen und Füssen erklären was wir machen. Ich sitze mit Dachs hinten in seinem Opel Kadett, zwischen einem Aggregat und ein paar Benzinkanistern. Der Mann fährt uns zehn Minuten weiter auf die andere Seite von Vukovar. Das scheint vielleicht nicht so weit, aber aus Erfahrung wissen wir: Jede Fahrt zählt.
Wir wurden abgekuppelt an einer kleinen Bushaltestelle und einem kleinem Laden. Ein Lada 4drive-Fahrer hält an um sich ein erfischendes Getränk zu kaufen. Er winkt freundlich, überquert dann der Straße für einen Gespräch. Der Kroate heißt Igor Mihelic und spricht gut English. Er ist Landmesser von Beruf. Igor erzählt dass er heute frei hat, aber wenn wir bis heute Abend keine Trampfahrt gefunden haben, wird er uns gerne bis zur Grenze fahren. Wir wechseln Telefonnummer aus, aber, innerhalb von einen viertel Stunde ist er wieder zurück. “Habt ihr Lust Mittag zu essen?”, fragt er.
Ein wenig später sitzen wir, zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern, in seinem Garten am Tisch direkt an der Donau. Wir lernen seine Freunde Boro, Ivan und Snjezana Raka kennen. Nach dem Mittagessen fährt er uns zusammen mit seinem Sohn Petar nach Ilok, der Grenzstadt mit Serbien. Unterwegs fahren wir durch ländliche Dörfer, vorbei an ausgestreckten Feldern, blühende Blumen am Wegrand und Storchnester auf hölzernen Elektrizitätsmasten.
Auch an der Grenze erstaunte Reaktionen. Das kroatische Zollamt liegt auf der einen Seite der Donau, das serbische auf der anderen. Die Brücke zwischen beiden Ufern ist steil, also können wir den Wohnwagen nicht schieben. Ein flotter Zollbeamter regelt sofort unsere Fahrt über die Brücke. Ein serbisches Ehepaar, auch mit ihm reden wir mit Händen und Füssen, kuppelt unseren Wohnwagen an. Dass ihr Auto keine elektrische Kupplung für die Lichtern unseres Wohnwagens hat, ist kein Problem. Die Zollbeamten an der serbischen Seite sehen uns erstaunt an und nach der Passkontrolle lassen sie uns mit einem verzweifelte „bye“ weiter fahren.
In der ersten Tankstelle in Bajka Palanka verfolgen wir Serbien-Ghana auf dem Radio. An dem Jubel hören wir dass es ein Tor gegeben hat, aber für wen wissen wir noch nicht. Wegen dem Match gibt es fast keine Autos auf der Straße, aber wenn Serbien 0-1 verloren hat, kommt der Verkehr wieder in Gang.
Nach zwei Stunden mit dem Daumen hoch, kuppeln Igor Karakasevic en Marco Simic uns an ihr ‘Kuka’ an. Nur noch zweiundvierzig Kilometer bis nach Novi Sad, die zweite Stadt von Serbien. Dort steht Biljana Marceta, Vorsteher des Tourismusbüros, schon bereit um uns herzlich Willkommen zu heißen. Zusammen mit Igor, Marco und Biljana gehen wir für ein Late Night Diner ins Zentrum. Der Salat, der eigentlich als Beilage gedacht war, ist schon eine ganze Mahlzeit. Das ist keine Ausnahme, erklärt Biljana uns. Die Portionen in Serbien sind immer sehr reichlich. This is Serbia! Welcome!
Utrecht