Pécs, Europäische Kulturhauptstadt 2010
Frühmorgens wurde wieder auf der Wohnwagentür geklopft. Zwei Polizisten: Wer sind Sie und was machen Sie hier? Nach meiner Erklärung und Beratung mit dem Präsidium wurde meinen Aufenthalt am berühmtesten Platz Ungarns für kurze Zeit erlaubt. Ich war erleichtert wenn die beiden Polizisten mit einem Lächeln auf ihren Gesichtern fortgingen.
Ein wenig später trifft den Landrover von Zsolt ein. Zsolt ist ein Freund von Simon Wintermand und hat mir die ganze Reise von Budapest nach Pécs angeboten. Zum Glück, denn es schneit und die Schnellstraße nach Pécs ist erst im April fertig.
Zsolt ist ein guter führer, unterwegs erzählt er endlos. Er hat eine Reinigungsmittel-Firma und er weiß viel über Budapest, Pécs und Ungarn im Allgemeinen. Halbwegs halten wir in Paks bei einem alten Gasthof für Fischsuppe nach traditionellem ungarischen Rezept. Das Rezept stammt aus der alten ungarischen Kultur von Landarbeitern, Hütern und Bauern, die immer Paprika, Zwiebeln und Kartoffeln hatten. Wenn wir unsere Reise fortsetzten wurde mir immer deutlicher wie dicht bevölkert die Niederlande sind.
Kilometer nach Kilometer sah ich kaum Häuser, sondern nur beschneite Flächen. Viele unterschiedliche Vögel und Rehe konnte ich aus dem Auto sehen. Als wir bei einer Tankstelle halten, fällt uns auf, dass der Wohnwagen in einem schwarzen Eisklumpen umgewandelt ist. Etwas später entdeckt Zsolt die maximum Schnellheit für das Fahren mit einem Wohnwagen wenn es schneit. An einem bestimmten Moment schleuderte der Wohnwagen gefährlich von links nach rechts. Am besten erwähne ich die Schnellheit an dem Moment nicht, aber ich bin froh, dass wir es überlebt haben.
Unterwegs lerne ich auch meine ersten ungarischen Wörter: Szia, Pécs, Európa Kulturális Fövárosá (Hallo Pécs! Die europäische kulturelle Hauptstadt) und Eqészségedre! (Ein Prosit!). Vor allem die unterschiedlichen Kombinationen Klangfarben S- und O- brauchen noch viel Übung. Um etwa 16 Uhr erreichen wir Pécs. Schnell den Wohnwagen saubern und dann sofort weiter fahren bis zum Domplatz wo wir von Simon und Kata Wintermans herzlichst mit heißer ungarischer Wein begrüßt werden. Eqészségedre! Szia Pécs, Európa Kulturális Fövárosa! Hurra!

Utrecht