1 februari 2010 18:02

On the road: That’s where the stories are

Gestern sind wir sehr weit gekommen. Wie so oft fing es auch gestern wieder mit kleinen Strecken an und später kamen dann auch die längeren Strecken. Die erste Fahrt war wohlgemerkt 100 Meter. Mit drei Männern und eine ältere Frau haben wir den Wohnwagen einen kleinen Hügel hochgeschoben, zwischen zwei Benzinstellen, damit wir gut zu sehen waren.

Einer der Personen der half, war Detlev aus Erlangen. Leider hatte er keinen Anängerkupplung, aber wohl einen Vorsatz und zwar wird er innerhalb eines Jahres mit seinem Motorrad eine Reise durch Afrika machen. Schönes Detail: Detlev hat in seinem Auto immer seine Wanderschuhe aus Leder dabei, die er trug als er fünf war. Ist das eine Erinnerung an Abenteur oder was?

Am richtigen Ort angelangt beginnt das Abenteur erst recht, was man in der Tramp-Welt die harte Arbeit nennt. An einem kalten Sonntagmorgen an einer örtlichen Straße ein Auto anhalten mit Hilfe eines kleinen Schildes aus Pappe mit dem Text: ‘Anhängerkupplung gesucht’ in der Hand.  Die richtige Atmospäre ist dabei sehr wichtig. Los, singen! Der neue Karnavalshit “Ich suche ein Auto mit einer Anhängerkupplung” ist sehr hilfreich und um auch die Füße warm zu halten in der Schnee habe ich einen passenden Tanz ausgedacht. Vor allem die Passage ‘the bunny’, mit zwei Füßen neben einander und das Schild aus Pappe in den Händen nach hinten hopsen, sorgte für viele Zuschauer. Sogar so viele, dass JürgenZihlau fragen kam wer wir sind. Nach unserer Erklärung sagte er: “Ich fahre nach Hause und vielleickt komme ich später noch vorbei um zu sehen ob ihr noch da seid”. Und ja, eine Stunde später erschien einen roten Toyota Jeep bei unserem Wohnwagen. Bingo: eine 25-kilometer weite Fahrt nach einem Autohof entlang A3. Jürgen hat vor mit seiner Frau im Herbst des Jahres 2013, an ihren Hochzeitstag mit ihren Wohnmobil eine Weltreise zu machen.

Als der Abend fiel waren Peter, Dachs und ich uns einig, dass wir an dieser trostlosen Stelle nicht übernachten wollten. Wunder existieren, denn sehr schnell nimmt Sonja, eine österreichische Pferdertrainerin uns mit. Unterwegs führten wir Gespräche über Vertrauen, Abenteur und das Gründen einer Tramp-Fachhochschule. Die Fächer zeigt sich divers und ausgebreit. Technik, Psychologie, Geografie, Fremdsprachen, Filosofie und Wortschatz. Neben Wohnwagen-Tramper, Anhängerkupplung-Population, W-Lan Dichte wurde auch ‘eine Sonja’ daran hinzugefügt. ‘Eine Sonja’ ist Symbol für eine lange besonders inspirierende Mitfahrgelegenheit. Gestern bis über die österreichische Grenze hinaus!

Nach einem langen Tag nahm der österreichische Flamenco Tanzer Christian Krammer und noch mit nach einer Raststätte, fünfzig Kilometer bis Linz. Alle Wohnwagen-Mitfahrrekorde sind heute gebrochen, dank Detlev, Jürgen, Sonja und Christian, wohlgemerkt!

Posted by tjerk in Kulturhauptstädte, Unterwegs, Vorsätze, Wohnwagen
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