29 januari 2010 21:39

Hotel Roter Adler

IMG_1076Gesternabend 23:00 Uhr erfuhr ich über eine Mitfahrgelegenheit mit Angängerkupplung nach Wien, aber dafür müsste ich am nächsten Morgen um 9:00 Uhr bei der nächsten Tankstelle sein, so etwa 100 Kilometer weiter. Nach drei Tagen auf Haidt Süd habe ich genug davon bei einer Tankstelle zu leben und war eine Reise nach Wien sehr verlockend. Ich entscheide mich alles dran zu setzen um diese 100 Kilometer zu überbrücken. Aber wie macht man das? IMG_1083Nach drei Tagen und keine einzige Kilometer weiter ist dies eine Herausforderung. Um 3:30 Uhr wacht Dachs mich auf, der anschlug wegen einer Gruppe lautstarken Schüler, die mit ihren Bus auf Haidt Süd einen nächtlichen Halt machen. Dies ist eine exquisite Chance, den Wohnwagen unverkennbar in Sicht zu bekommen. Ich ziehe schnell etwas an und geh nach draußen. Es friert 18 Grad. Eine Gruppe Lehrer war so freundlich den Wohnwagen neben den der Tankstelle zu schieben. Und da stand der Wohnwagen! Nun musste ich den Wagen noch so representativ wie möglich machen. Ich entferne den Schnee und Eis mit Servietten aus dem Restaurant (24 Stunden geöffnet) und entferne ich den Pökel von Wahnwagen. Um 4:00 Uhr war ich fertig und bereit um jedes Auto mit einer Anhängerkupplung zu bitten mich mit zu nehmen. Nein, nein und nochmal nein. Dann sehe ich auf einmal einen kleinen Bus mit einem gelben Kennzeichen. Mit Anhängerkupplung! Es sind drei Männer, die ohne ihre Frauen in Urlaub fahren. Ich versuche meine Situation zu erklären, aber wieder “Nein”. Meine Hoffnung auf eine Mitfahrgelegenheit wird immer kleiner.

IMG_1084Ich habe mich im Wohnwagen gesetzt um wieder warm zu werden bis ich das nächste Auto sah. Wieder ein niederländisches Auto mit einem Anhängerkupplung. Ein Junge steigt aus. Er ist alleine unterwegs mit dem Auto seines Vaters für ein kurzer Skiurlaub mit seiner Familie in Österreich. “Ja, ich verstehe, aber hab meinem versprochen keiner mit zu nehmen”. Ich sage nichts und warte. “Ich habe noch nie mit einem Wohnwagen gefahren”. Ich sage immer noch nichts und warte. Dann spricht er die Worte, worauf ich seit drei Tagen gewartet habe: “Okay, also los!” So toll und eine Erleichterung! Wien, here I come! Unterwegs erzählt Sebastiaan über seine Arbeit, dass er aus Spijkenisse kommt und es gewöhnt sich schnell, mit einem Wohnwagen zu fahren. Als wir auf der nächsten Tankstelle angekommen sind, vergesse ich Sebastiaan um seine Email-Adresse und Nachnamen zu fragen. Aber ich habe die Tankstelle jedenfalls geschafft!

IMG_1086Etwas später ruft der Mann mit dem ich nach Wien mitfahren sollte mich an. Sein Auto hat ein problem mit der Anhängerkupplung und, entschuldige, aber ich kann dir nich helfen. Da saß ich dann auf der nächsten Tankstelle entlang Autobahn 3. Die letzte Gasflasche ist fast leer. Es friert, bin müde und habe hunger. Ich bin sogar so erschöpft, dass reden über “was mich inspiriert” wohl das letzte sei woran ich jetzt denke. “Man braucht anderen um weiter zu kommen” fiel mir auf einmal ein, aber ich erkenne den Humor nicht. Okay, ich muss einfach weitermachen und weiter fragen ob ich mitfahren kann. Ein Bus voller heiteren Menschen aus Winterswijk bietet mich an mit auf Skiurlaub zu kommen, aber dann ohne Wohnwagen. Das ist seeeeehr verlockend. Drei sympahische LKW-Fahrer trinken Kaffee und sind unterwegs nach Passau. Sie hätten meinen Wohnwagen auf dem Trailer geladen, wenn der nicht schon voll wäre mit Scania LKWs für Iran. Ich weiß nicht mehr weiter und gerade dann ist die Rettung nah. Schon wieder niederländische Männer ohne Frauen im Urlaub. Ich frag ob ich mitfahren kann nach Erlangen und da bin ich jetzt, im Hotel Roter Adler. Der Wohnwagen ist draußen. Ich drinnen im Hotel. Warm. Ein echtes Bett. Eine Dusche. Zeit um mich aus zu ruhen und um etwas zu schreiben. Zuerst ein Blog, dann ein Lied. Vielleicht wird es einen echten Karnavals-Hit! “Ich will ein Auto, ich will ein Auto, ich will ein Auto mit einer… !” Hiermit rufe ich ganz Limburg und Brabant auf dieses Jahr ein Anhängerkupplung-Kostüm zum Karnaval an zu ziehen!

Posted by tjerk in Caravan, Domstad aan zee
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